Der Energieverbrauch von künstlicher Intelligenz wird wortwörtlich erfahrbar
Ab Herbst 2025 wird an öffentlichen Veranstaltungen eine mobile Erlebnisstation aufgebaut. Besucherinnen und Besucher können dort eigene KI-Anfragen stellen - mit einem Twist: Um die Antwort der KI zu sehen, müssen sie zuerst die verbrauchte Energie auf einem Fahrradergometer selber leisten. Der Energieverbrauch wird erfahrbar!
Durch unterschiedlich komplexe Prompts und Längen des Outputs wird verdeutlicht, dass mehr Rechenleistung auch mehr Energie verbraucht. Das Projekt macht den Energiebedarf von KI unmittelbar erfahrbar und fördert so ein „Aha-Erlebnis", das langfristig im Bewusstsein bleibt.
Mit Fahrradergometer für die Energieerzeugung
Stellen Sie Ihre eigenen Prompts an die BFH-eigene KI BeeChat und sehen Sie den Energieverbrauch
Erleben Sie direkt, wie viel Energie die KI verbraucht hat
Möchten Sie die WebApp zum Experiment ausprobieren?
Die WebApp ist online verfügbar und funktioniert auch ohne Fahrrad-Ergometer.
Wählen Sie dabei beim Start "Ohne Sensor verwenden" aus.
Für die Verbindung zu der BFH-eigenen KI BeeChat muss man sich im Netzwerk der BFH befinden und ein persönliches Token angeben.
Interessiert an unserem Experiment?
Kontaktieren Sie uns für weitere Informationen oder um die mobile Station für Ihre Veranstaltung zu buchen.
Kontakt aufnehmenOder bauen Sie das Experiment bei sich selber auf, mithilfe unserer Anleitung und OpenSource-Software.
Der Einsatz von KI prägt immer mehr Lebens- und Arbeitsbereiche mit enormem Potenzial für Innovation, aber auch mit erheblichen ökologischen Kosten. Der Energie- und Ressourcenverbrauch kann dabei in zwei Themenbereiche aufgeteilt werden:
Bevor ein KI-Modell eingesetzt werden kann, muss es trainiert werden. Dafür rechnen riesige Supercomputer wochenlang. Detaillierte Informationen zum Energieverbrauch sind von den grossen KI-Firmen jedoch kaum öffentlich zu finden.
Für das Schweizer KI-Modell Apertus gibt es jedoch Schätzungen: für das Training wurden 5 Millionen Kilowattstunden Energie (aus Wasserkraft) verbraucht. Um diese Energie zu produzieren, müsste jede einzelne Person der Schweizer Wohnbevölkerung etwa fünf bis sechs Stunden Velo fahren: Das entspricht ungefähr der Strecke von Bern nach Zürich.
Auch im Betrieb verbraucht KI Strom. Die Sprachmodelle laufen auf leistungsfähigen Servern, die die Anfragen bearbeiten und dafür Energie verbrauchen. Das interaktive Experiment von enerKI verwendet für die Berechnung der verbrauchten Energie eine Formel, basierend auf einer wissenschaftlichen Untersuchung.
Diese Schätzung hängt von der Anzahl Output Token ab. Dabei wird mit einem Energieaufwand von 3 - 4 Joule pro Output Token gerechnet. Eine komplexe Antwort verbraucht somit etwa eine halbe bis eine Wattstunde. Das mag auf den ersten Blick nicht nach viel klingen. Multipliziert auf abermillionen Abfragen, die täglich an KI-Modelle gestellt werden, summiert sich das aber auf.
Und wenn man auf dem Fahrradergometer sitzt und diese Energie selber erarbeiten muss, merkt man: Das ist doch gar nicht so wenig!
Jede*r kann einen Beitrag leisten, um den Energieverbrauch von KI zu reduzieren:
Die Berner Fachhochschule engagiert sich aktiv für eine nachhaltige und verantwortungsvolle Digitalisierung:
Wie gut kennen Sie sich mit dem Energieverbrauch von KI aus?
Einblicke in unsere bisherigen Veranstaltungen
Die mobile Erlebnisstation im Einsatz in Bern
enerKI an einem Event in Biel
Belohnungen nach getretener Energie am Stand
User Interface der enerKI WebApp
Um Interessierten den Nachbau des Experimentes zu ermöglichen, wurde dieses umfangreich dokumentiert.
Der Quellcode von enerKI ist OpenSource und auf Github.com unter einer MIT-Lizenz verfügbar.
Es gibt eine Anleitung zum Aufbau des physischen Teils des Experiments, mit Beschreibungen der erforderlichen Hardware. Diese Anleitung findet sich auf Github unter HARDWARE.md.
Für die Inbetriebnahme des vorbereiteten Setups bei einer Veranstaltung gibt es eine separate Anleitung, diese findet sich auf Github unter SETUP.md. Diese Anleitung ist für das Experiment im BFH-Umfeld konzipiert und muss für andere Umgebungen von einer fachkundigen Person adaptiert werden.
Haben Sie Fragen oder Interesse an unserem Projekt?
Wir freuen uns auf Ihre Nachricht!
Daniel Reichenpfader
Wissenschaftlicher Mitarbeiter
Berner Fachhochschule
Tel: +41 31 848 60 93